Sucht

Swipe links, swipe rechts. Er sitzt allein in seinem Zimmer und schaut sich Bilder an. Sucht nach einer Liebesgeschichte wo keine zu finden ist. So verdorben von den Reizen, die jeden Tag auf ihn einprallen. Immer weiter nach unten drücken. Dieser verdammte Pfeil auf der Tastatur. Dieses elende mit dem Daumen hin und her wischen. Immer gierig. Gefräßig nach der kleinen Belohnung. Wie die Nadel im Arm. Wie die Pfeife im Mund. Nur für alle und fast umsonst. Das Gefühl dabei sein zu dürfen obwohl man eigentlich überhaupt nichts zu melden hat. Masturbation zum weiter machen. Dabei zuschauen wie die Phantasie immer weiter erlischt. Aus dem Wunderland geschmissen und ein Hausverbot auferlegt Die Ernüchterung findet sich im immer notwendiger erscheinenden Ziel sich in die 9 to 5 Mühle zu begeben. Wenn dies überhaupt noch erreichbar ist. Anders ist das alles hier eh kaum noch zu ertragen. Alles was dich umgibt unterliegt einem Businessplan. Dein Schreibtisch. Dein Smartphone. Dein Brot. Deine Gardine. Das Buch, dass du zuletzt gelesen hast. Den Film, den du geschaut, das Spiel, welches du gespielt hast. Dieser Text. Alles folgt einem Plan. Alles strebt nach Eindeutigkeit. Einer Klarheit die keine Widersprüche mehr zulässt. Jede in Schrifstellerköpfen wirr ersponnene Dystopie wird wahr werden, wenn sie sich nur ausreichend rechnet. Wir können dem nicht mehr ausweichen. Aber, ist es wirklich schon zu spät? Wohin führt der Pfad, der versteckt zwischen den Büschen am Straßenrand beginnt?


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