Text zur Theorie des Textes

Magazine produzieren unabdinglich.
Sinnloses.
Kleine Autor_innen aus deutschen Mittelschichtsfamilien, mit Master in der Tasche, basteln fleißig an Leitern aus Lettern. Stets mit ironischem Unterton. Direkt. Authentisch. Verzweifelt auf der Suche danach für eine Generation zu sprechen.
Nah bei den Lesenden.
Radikal ohne radikal zu sein. Lautlos schreiend.
Im Stil der Agentur. Des Konzerns.
Konform.
Unterbunden bleibt die Suche im Unbekannten nach neuen Wegen.
Der Strategie der Konferenzen unterworfen. Getrieben vom dem Wunsch es mit jemanden Treiben zu können. Getrieben von den Märkten. Getrieben von der Scheiße zu denen ebendiese hinführen. Jung, erfolgreich und in Berlin-Mitte an allem vorbei. Bremerhaven am Arsch.
Sie wissen überhaupt nicht wie es denen geht für die sie schreiben könnten außer sich selbst. Sie hatten auch mal so einen Job als Helfer in der Logistik bei dem sie um vier Uhr morgens aufstehen mussten. Sie, denken deshalb sie wissen wie es ist für sie zu schreiben. Sie haben nie gelernt zuzuhören.
Also so wirklich. Sich Zeit zu nehmen. Dafür um herauszufinden was das alles eigentlich bedeutet. Wo das hinführt. Sich einzureihen in die eigene Kaste. Sie haben keine Schlüsse daraus gezogen die dazu führten etwas anders zu machen.
Stattdessen Kluge Kommentare darüber wie schlimm Rassismus ist und noch viel mehr darüber wie schlimm die Leute ihrem Wesen nach sind die rassistisches sagen, tun, und aus rassistischem Kapital schlagen.
Kluge Kommentare darüber verstanden zu haben warum Rassismus so erfolgreich ist.
Kluge Kommentare darüber nicht mehr anknüpfen zu können, den Draht verloren zu haben an die Abgehängten.
Dazu die Erkenntnis nichts ändern zu können ohne auf andere zuzugehen, andere die anders fühlen und Denken als man selbst mit seinem so allzu offenem Horizont bestehend aus Fremdsprachen, Weltreisen und der Sicherheit aufgefangen zu werden, wenn etwas schief geht.
Das sich nicht eingestehen überhaupt etwas am eigenen Standpunkt ändern zu wollen, weil man einfach die bessere Sicht von dort oben hat.
Es fühlt sich einfach unheimlich gut und bequem an von oben herab über andere zu richten.
Auf dem Hochplateau ist nicht für alle Platz.
Niemals würden sie es laut zugegeben. Doch es ist allen bewusst. Fest in den Köpfen verankert, das Denken von Konkurrenz, die Angst um den Abstieg. Das Bedürfnis genug vom Kuchen
abzubekommen.
Den Träumen zu entsprechen.
Darum.
Keine Zeit lassen, sondern gleich veröffentlichen.
Stetig, stetig , stetig.
Es ist genug Café, Koks, Mate und Guarana für alle mit Geld in der Tasche da.
Pausenlos.
Mithalten.
Effizienz steigern.
Sich schlecht fühlen wenn man dann doch mal faul ist.
Immerzu der Technik entsprechen.
Das Konsumieren, das alle Konsumieren.
Um mitreden zu können.
Eine Welt.
Eine Haltung.
Der Faschismus kommt Stück für Stück auf allen Ebenen der Gesellschaft an und niemand scheint ein Problem damit zu haben.
Falls doch nur in ironisch selbstentlarvenden Artikeln auf Plattformen, die Teil des Problems sind.
Niemand traut sich noch den anderen Weg zu gehen.
Wer es versuchen würde: Wandert durch ein einsames Tal ungehört verhallender Rufe.
Das Ende der Geschichte ist da wo in den Geschichten nichts mehr erzählt wird.
Und wir sind verdammt nah dran.
Blind folgend ins nichts.


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