Harmony of the Seas

Dauerwerbesendung – Dokumentation – über schwimmende Hotelanlagen mit Einkaufszentren mit Entertainment Area. Was ich sehe schreibt mir das Entsetzen ins Gesicht. freiwillig an Fäden aufgehängt, die sich erst nach Monaten, manchmal gar erst einem halben Jahr zaghaft, zumindest für eine Zeit lang lösen. Im Hamsterrad Tourismusindustrie 7 Tage Am Stück. gleichbedeutend mit 14, 21, 28, 35… . Unter Deck und somit unter Tage, im Meer und doch nicht am ertrinken, am Reisen ohne wirklich dort zu sein. Ein verkrampftes Funktionieren, möglichst gut gelaunt wohl gemerkt, im dazwischen. Da zwischen dem Rest eines Ich und der kollektiven Beliebigkeit. Gefangen in der auf Mehrwert gerichteten Maschine in der die Zahnräder längst nicht nur im Maschinenraum zu finden sind, sondern in jedem kleinem Detail dieser Parallelwelt, die der übrigen doch auch nur ihren Spiegel vorhält. Dabei jedoch nichts kaschiert. Nichtmal das kaschieren selbst.

Ich betrachte im Bewegtbild das System nach dem sich diese Leute sich dort abrichten lassen. Urlaub und Erholung für die nächste Runde Duisburg, Birmingham, Chicago, Singapur. Es ist so glasklar. Und damit die Illusion des gelingem aufrecht bleiben kann bleibt wer nicht fragt zwar dumm,aber immerhin ein wenig glücklich und vor allem naiv.
Bordunterhaltung, der seichtesten Sorte. Rutschen, Fressen, Kaufen, Rutschen, Bewegen und zusehen wie Körper sich recken, Singen und Tanzen. Menschen und Talente werden verschwendet für billige Shows, die nichts machen sollen außer Hungrig, Müde und wahrscheinlich auch ein bisschen geil.

So befremdet ich vom dem Anblick dieser Massenabfertigung bin, so sehr hebe ich mich selbst über diese Leute, die doch auch nichts anderes wollen als ein bisschen Flucht aus der Alltagsscheiße. Und es ist so traurig wie war. Die Welt bietet nicht mehr genug Platz damit einjeder Mensch, ein ruhiges kleines Haus zwischen den Dünen, in den Bergen, den Feldern und den Wäldern beziehen kann, wo nur noch die Brandung, die Bergziegen, die Grillen und das Blätterrauschen zu hören sind. Dafür trampeln gerade einfach zu viele Menschen auf diesem kugeligen im nichts umherfliegen Ding rum. Gestapelt und eingepfercht, aber immerhin Meerblick für fast alle. Ein Hauch von Sozialismus im brutalen Gewandt seines Gegenpols. Und auch wenn die schlimmsten Gase diese wandernden Umweltvernichter im Rekordtempo verlassen, so halten sie dennoch den Boden zumindest ein Stück weit frei vom Beton und geben noch etwas Gras eine Chance zu gedeihen. Damit die Postkarten nicht komplett nachretuschiert werden müssen.

ich schaue mir die Werbung an und frage mich ob es besser ist zu Hause zu bleiben und frage mich auch ob dieser Sinn schon bedacht ist, den Leuten besser einzureden zuhause zu bleiben und nicht nur weiter herum zu nerven mit ihrer Biographieoptimiererei. Ich denke, dass sich darüber niemand Gedanken macht, manches passiert einfach. Die Fäden bewegen die Arme dann doch irgendwie von selbst und was an ihnen zieht bleibt so unklar wie gestaltlos, so sehr wie es alles ist und zugleich nichts. Darauf einen Sex on the Beach von der Bionic Bar. Vielleicht ja doch eine Reise wert.