Stehend Liegen

Der Wind hört nicht auf zu wehen und gibt den Blättern ihren Klang. Er zeigt ihre Präsens ohne sie sehen zu müssen. Ihr Rauschen ist leicht zu hören und schwer zu überhören. Zugleich ist es das Aneinanderprallen und umherschleudern der Blätter das uns zuflüstert wie intensiv die Brise, die Böe oder der Sturm gerade weht. Der Wind lässt auch das Spüren der Dinge zur Geltung kommen. Manchmal fühlt sich eine Böe unfassbar kalt an, aber manchmal gibt sie auch dieses Wohlgefühl von Leichtigkeit.
Ich werde nicht vergessen als wir damals in der vierten auf Klassenfahrt in Bensersiel auf die Fähre nach Langeoog warteten. Wir legten unsere Körper einfach in den Wind und vielen doch nicht um. Der Wind war verlässlich. Der Wind war kräftig und gab Kraft. Das war unbeschreiblich schön und doch zugleich: kalt, rau und nass. Es schlug Wellen, die noch lange brauchen um abzuebben.


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